Christiane Weber, 18.1.2017

Nach existenziellen Turbulenzen in der Chorszene bestens etabliert

Der Philharmonische Chor Weimar feiert sein 40-jähriges Bestehen mit Konzerten und gönnt sich ein Facelifting.

Weimar. Sein 40-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der Philharmonische Chor Weimar und beschenkt sich selbst und sein Publikum mit Konzerten und einer neuen Homepage. Wir sprachen mit dem Leiter des Chores, Professor Eckart Lange.

 

Herr Lange, 1977 wurde der Chor von Chordirektor Eduard Lehmstedt am DNT gegründet, zum Spielzeitbeginn 2013/14 aus dem DNT ausgegliedert. Ein Neuanfang als Konzertchor folgte. Wie steht der Philharmonische Chor heute da?

Es war zum Spielzeitbeginn 2013/14 eine schwierige Situation. Jetzt hat sich ein fester Mitgliederstamm herausgebildet. Es ist ein Chor, der durchaus die Aufgaben eines Philharmonischen Chores wahrnehmen kann. Allerdings könnte er noch größer werden. Wir machen Kompromisse bei der Literaturauswahl. Die kleine C-Dur-Messe von Gounod haben wir einstudiert. Es gibt ein Goethe-Programm, ein Programm mit Liebesliedern und eines mit Zigeunerliedern von Brahms.

 

Eine besondere Herausforderung war gewiss auch die Aufführung von Wolf-Günter Leidels Chorwerk ad astra?

Auf jeden Fall. Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein Komponist für den Chor schreibt.

 

Wie viele Sänger gehören dem Chor an? Sind die Stimmen ausgewogen besetzt?

Ich bin schon überrascht, welche Resonanz der Chor mit dem Neubeginn erfahren hat. Denn die Chorszene in Weimar ist doch sehr dicht. Und da so einen Chor zu etablieren und durchzuhalten, ist nicht einfach. Nicht nur, dass er aus dem Theater in die Selbstständigkeit entlassen wurde, auch im Repertoire musste der Chor sich umstellen. Doch auch in unserem heutigen Repertoire spielen Opernchöre noch weiter eine Rolle. Wie in vielen anderen Chören fehlen vor allem die hohen Stimmen – Sopran und Tenor. Der Chor hat rund 35 Mitglieder.

 

Was motiviert Sie zur Leitung des Chores?

Ich finde es reizvoll, einen Chor mit einem solchen Hintergrund zu leiten. Die Mitglieder waren im Sommer 2013 verzweifelt. Sie wollten singen, da kann man sie doch nicht allein lassen.

 

Wie ist es um die wirtschaftliche Situation bestellt? Immer wieder wurden Sponsoren gesucht. Haben Sie welche gefunden?

Das ist schwierig. Ich würde mir wünschen, dass der Chor von der Stadt Weimar unterstützt wird. Ich leite auch die Sondershäuser Madrigalisten, einen Kammerchor. Dieser wird finanziell von der Stadt Sondershausen gefördert. Derzeit unterstützen Privatleute den Chor ein wenig. Ein verlässlicher Sponsor wäre schön.

 

Zum Jubiläum hat der Chor sich ein Facelifting gegönnt?

Die neue Website ist sehr schön geworden ( www.philharmonischerchor-weimar.de ). Die ist seit 6. Januar freigeschaltet. Es gibt ein neues Logo.

 

Welche Veranstaltungen stehen im Jubiläumsjahr an?

Wir machen nicht ein einzelnes, sondern gleich mehrere Jubiläumskonzerte, darunter drei Schlosskonzerte, – auf der Heidecksburg (1. Juli) sowie in Ettersburg (29. Oktober) und in Sondershausen (28. Oktober) als Reformationskonzerte zum Lutherjahr. Ein weiteres Konzert geben wir am 30. September gemeinsam mit unserem Partnerchor aus Laudenbach. Am 22. Mai singen wir bei den Tiefurter Montagsmusiken.